Verano Brianza MB, Italy | Enrico Molteni, Ekaterina Golovatyuk | Foto: Marco Cappelletti
Der Italienische Architekturpreis wird von der Triennale di Milano und dem MAXXI – Museo nazionale delle arti del XXI secolo – mit Unterstützung des Kulturministeriums veranstaltet und ist ein jährlich stattfindendes Projekt, das auf den Erfahrungen der „Medaglia d'Oro all'Architettura Italiana“ der Triennale di Milano und des Projekts YAP – Young Architects Program des MAXXI – aufbaut. Der Preis zielt darauf ab, die italienische Architektur durch die Förderung von Werken italienischer oder in Italien tätiger Designer aufzuwerten, deren Engagement auf Innovation, Projektqualität und die soziale Rolle der Architektur ausgerichtet ist. In der Ausgabe 2021 wird auch das neue automatisierte Lager Vismaravetro vorgestellt, das nach einem Projekt von Enrico Molteni Architecture fertiggestellt wurde: ein Werk, das auch das Image und den Geist des Unternehmens repräsentiert, das in die Zukunft projiziert wird. Das Lager befindet sich in einem Industriegebiet entlang der Schnellstraße SS36, die Mailand mit Lecco und dem Veltlin verbindet, und befindet sich in Anlehnung an ein bereits bestehendes Industriegebäude. Auf den ersten Blick mag sein quadratisches Volumen dem vieler auf dem Gebiet der Brianza verbreiteter Produktionsgebäude ähneln. Ihr Wesen kommt jedoch erst durch das Licht zum Vorschein, das ihre wesentlichen Eigenschaften offenbart – schlicht und rein wie die Duschkabinen, die das Markenzeichen der Marke ausmachen. Mit avantgardistischem Geist besteht die tragende, leichte und flexible architektonische Struktur aus der Innenausstattung. Das gesamte Gebäude wird von Regalen getragen: ein dichtes Geflecht aus Etagen und Pfosten aus verzinktem Stahl mit minimaler Dicke, auf dem das Metalldach ruht. Die modularen Fassaden bestehen aus Wabenplatten aus Polycarbonat, schwarz und weiß, in voller Höhe, ohne starre Fugen. Am helllichten Tag ist das Lager eine sich verändernde Schachtel von Reflexen, die sich ständig mit den Bewegungen des Himmels und den vorbeiziehenden Blicken verändern. Aber in der Nacht offenbart sich sein verborgener Inhalt: Dann leuchten die Neonlichter hinter den im Dunkeln liegenden Oberflächen auf, enthüllen das Vorhandensein des strukturellen Skeletts und lassen die große Maschine erkennen, die im Inneren arbeitet. Die Geschichte des Lagers findet definitiv in einem Raum statt, der so hoch und schmal wie eine gotische Kathedrale ist, dicht wie ein Bienenstock aus sich wiederholenden und perfekt geordneten Elementen: ein unendliches Archiv, aus dem unaufhörlich Glasscheiben, Profile, Fugen und Lösungen hervorgehen, die dazu bestimmt sind, jede Projektidee in jedem Teil der Welt zu verwirklichen.